Faltbootwildwasser 2003 - oder, warum Wasser keine Balken hat (Stormy Normi)

Nun gut, die Antwort auf diese Frage gleich vorweg: Weil man sich sonst bei jeder Kenterung die Birne
einhauen würde und die Kopfschmerzen eigentlich nicht vom Paddeln, sondern vom warmen Bier
kommen sollen . . . so hat das die Natur zumindest eingerichtet und an diesem Wochenende insgesamt
und ganz besonders schön. Irgend jemand war auf die glorreiche Idee gekommen sämtliches verfügbare
Wasser über die Sazava abzuleiten. Die Fachleute identifizierten eine Farbe und Konsistenz, wie sie für
die beginnende Schneeschmelze in den karpatischen Mittelgebirgen typisch ist, aber vielleicht hatte
weiter oben einfach nur jemand Wäsche am Fluss gewaschen . . . und gewaschen haben wir ja auch und
zwar so ziemlich alles.

Bei uns blieb kein Astloch trocken und keine Verdecksimprägnierung war gut genug, denn manchmal
gab es einfach kein Verdeck mehr . . . die Bordwände knarzten vor Freude in den Walzen und manch
vorwitziges Gerüstteil bohrte sich durch das Bauwollverdeck, um eine bessere Aussicht auf das tosende
Wasser zu haben.

Wasserscheue Trockenpaddler und nichtmal-gerade-aus-Fahren-Könner wuchsen über sich hinaus und
wurden im "Blauen Wunder" zielsicher durch mannshohe Wellen gespült. Spritdecken bekamen so viel
Arbeit, dass sie sich lieber zweiteilten um das Aufkommen zu bewältigen . . . erfahrene Paddler hatten
bereits beim Einsteigen die Hosen voll und nicht nur voll Wasser und zogen eine genaue
Untergrundinspektion dem Anblick des vor Begeisterung tobenden Publikums vor.

Zu Einzelheiten wird sicher Roland, wie gewohnt, eine kleine Fotogeschichte, nur soviel:
Am ersten Tag gab es nach einer Einweisung eine Abfahrt auf der Sazava mit mehreren Wehren und
Schwallstrecken, lustbetonte Handlungen am abendlichen Lagerfeuer und die ersten Kenterschnäpse.
Einzig und allein das musikalische Rahmenprogramm war für den Dundak-Gruppen-gewöhnten-Paddler
etwas dürftig . . . da müssen wir Faltbootfahrer noch etwas üben . . . am besten an den Lagerfeuern des
Soca.

Am nächsten Tag gab es die Wahlmöglichkeit, ob des genitalen Wasserstandes die Sazava nochmals
abzufahren oder sich an den Übungsgruppen zu beteiligen. Abends gab es wieder Lagerfeuer und Musik
. . . und Kenterschnäpse.

Am Montag ging es dann nach Prag zum Slalomkanal in Troja und zum Einkaufen zu Hiko. Der Kanal
wurde (fast) einstimmig als zu schwer eingestuft und wir wechselten zum Kanal nach Rudnice und dort
haben sich dann alle richtig ausgetobt . . . bis auf unsere österreichischen Freund, die mussten nämlich
leider schon viel zu früh zur Bahn . . . auf die Bilder vom Kanal kann man wirklich gespannt sein. Ich
ziehe den Hut vor den Anfängern, die sich auf diese Strecke begeben haben . . .

Danke noch mal an alle, die teilgenommen haben und vor allem für die Unterstützung bei der
Durchführung und Organisation.

Hausaufgaben für die Teilnehmer:

Roland => demokratische Weckrufe sind am Vorabend auszuarbeiten und haben in aller Ausführlichkeit
abgehalten zu werden . . .

Steffen => Zelt einpacken und selbständiges Einkaufen üben . . .

österreichische Paddelfraktion => es genügt, wenn das nächste Mal nur die weiblichen Teilnehmer
wieder kommen . . . ich meine, die sind zwar nicht so lieb, kennen nicht so viele schöne Witze, können
nicht so gut paddeln und teilen ständig Sprüche aus, gegen die man sich nicht wehren kann . . . aber
scheen anzuschauen sind sie allemal! (am besten duck ich mich jetzt mal kurz weg)

Eike => im Schwall herrscht beim nächsten Mal Grußverbot! Paddeln und nicht den Hut vor den
hübschen, tschechischen Mädels ziehen . . .

Peter => keine Hausaufgabe . . . denn es hilft eh nix . . . Du wirst einfach nicht weiter versetzt.

Piet => Spritzdecke basteln oder alternativ elektrische Lenzpumpe . . . und zwar ne ganz große . . .

Christoph => Bier verschenkt man nicht, denn es könnte Dein letztes sein . . .

Matthias => nicht leichtsinnig werden . . . wenn es einmal klappt, muss es nicht zwangsläufig am Können
liegen . . .

Matnaum => singen lernen! Dringend!

Kenterthomas => nächstens keine defekten Klappstühle mitbringen um es den anderen anzulasten

Familie Laag => ich bin mir nicht sicher, ob das Problem von Thomas therapierbar ist, ihr seid aber
trotzdem jederzeit gern in unserer Beschäftigungstherapiegruppe gesehen . . . als Beispiel für
hervorragende Orientierungsfähigkeit im verwirrenden tschechischen Straßennetz.

Piet und Normi => Zwei Kisten Watzdorfer zum Boodeseetreffen aus einer verlorenen Wette

Alle Teilnehmer => vor Errichtung des Lagers ist fern ab der Zelte gemeinsam ein Marterpfahl zu
errichten, an welchen Großmäuler gebunden werden . . . war ja nicht auszuhalten! Wir müssen die
Gruppe vor Roland beschützen!

Also, Hausaufgaben nicht so ernst nehmen und bis zum nächsten Mal!

Euer Stormy Normi!