Beschreibung Ula (mit Merkys und Nemunas)

 

Die Ula, ganz im Süden des Landes, der sogenannten Dzukija gelegen, ist einer der malerischsten Flüsse des Landes. Durch die Tiefen des Waldes, in denen sich die alten dzukischen Dörfer verstecken, verläuft ihr Bett durch eindrucksvolle Steilufer und spannungsreiche Windungen. Das Gewirr der ins Wasser gestürzten Stämme macht die Durchfahrt komplizierter, gleichzeitig aber auch interessanter. Da die Ranger des Nationalparks den Fluss immer wieder freisägen, kommt man bei etwas Vorsicht und Erfahrung auch im Faltboot halbwegs heil herunter, wobei wir bei unserer zweiten Tour im Jahre 2006 zwei Boote aufgespiesst haben. Die Schäden waren aber schnell repariert.

Man sollte die Tour auf der Ula (51 km) auf dem Merkys bis nach Merkine (22 km) fortsetzen und kann auch von dort noch auf dem Nemunas  bis Alytus (55 km) oder gar bis vor Kaunas (100 km) weiterfahren, so dass man je nach Streckenlänge und eigenem Anspruch zwischen 3 und 10 Tagen unterwegs ist. Für die Ula sollte man aber mindestes 2, besser 3 Tage einplanen.

 Ich selbst bin die Tour zwischen Rudnia und Alytus schon gefahren. Leider hatte ich bei der Befahrung das GPS noch nicht auf allen Streckenabschnitten im Griff, habe daher die Kilometrierung aus den Angaben von Arturas (einem Kanuverleiher, siehe weiter unten), einer polnischen Beschreibung und meinen eigenen „Forschungsergebnissen“ gemixt.

 

 

Ula

 

Fluss-km 51,0, Tour-km 0,0 Ort Krokšlys, möglicher Einstieg, hinter dem Dorf am linken Ufer mehrere schöne Zeltstellen. Danach malerische Windungen mit Steilhängen, viele Bäume im Fluss, schnelle Strömung, anspruchsvoller Abschnitt

 

Fluss-km 44,2, Tour-km 6,8 Ula See, Biwakplatz am linken Seeufer

 

Fluss-km 41,3, Tour-km 9,7 Ort Rudnia, Einkaufsmöglichkeit, Wehr links umtragen, Dort auch gute Startmöglichkeit, wenn man ganz ohne Umtragerei auskommen will. Die Hochufer nehmen zunächst ab, es gibt immer wieder Abschnitte in Wiesen mit versteckten kleinen Gehöften

           

Fluss-km 31,1, Tour-km 19,9 Ort Paousupe, rechts Biwak, am linken Ufer befindet sich das Baumhöhlenhaus des Schriftstellers A. Matusia (Museum)

 

Fluss-km 28,0, Tour-km 22,9 Beginn des Dzukija-Nationalparkes, ab hier benötigt man für die Befahrung der Ula eine Befahrungsgenehmigung. Diese erhält man in den Informationsbüros der NP-Verwaltung in Marcinkonys oder Merkine oder auch bei Arturas. Wenn man die Tour an einem Wochenende durchführen will, sollte man die Genehmigungen vorher bestellen, da am Tag nicht mehr als 60 Boote auf die Ula dürfen. Des weiteren ist im Nationalpark das Biwakieren eigentlich nur an den ausgewiesenen Lagerplätzen oder auf Privatgelände gestattet, es wird aber von den Rangern für Kleingruppen auch eine andere Praxis geduldet.

 

Fluss-km 22,3, Tour-km 28,7, Ort Zervynos, Das gesamte Dorf steht wegen seiner historischen Holzbauernhöfe unter Denkmalschutz. Cirka 100 m nach der Brücke befindet sich links das Camp und dahinter der Hof von Arturas. Wir haben bei ihm immer unsere Autos abgestellt, er übernimmt auch Shuttleservice und betreibt einen Bootsverleih. Er spricht Litauisch, Russisch, auch etwas Englisch und Polnisch. Mittlerweile bekommt man bei ihm sogar eine deutsche Flussbeschreibung ausgehändigt. Man erreicht ihn telefonisch unter +370-687-50826

 

Fluss-km 21,3, Tour-km 29,7, Eisenbahnbrücke, darunter leicht verblockter Schwall, auch danach ist der Fluss schnell und mit vielen Baumhindernissen gewürzt. Er gräbt sich immer tiefer in den Sand ein und bildet wunderschöne Hochufer

 

Fluss-km 17,5, Tour-km 33,5, links Biwakplatz, cirka 1 km danach Straßenbrücke

 

Fluss-km 15,7, Tour-km  35,3, Ort Mančiagire, danach wird es wieder richtig wildromantisch

 

Fluss-km 12,2, Tour-km 37,8, Fußgängerbrücke. Hier sollte man unbedingt eine Pause einlegen. Links befindet sich das sogenannte „Auge der Ula“, ein kleiner interessanter Quellteich, nach rechts gibt es einen Aufstieg zu einem cirka 30 m hohen Aussichtspunkt am Hochufer  Für mich ist dies die einprägsamste Stelle der gesamten Ula.

 

 Fluss-km 8,1, Tour-km 42,9, Ort Žiurai. Am Ende des Ortes rechts scheint ein privates Camp zu sein.

 

Fluss-km 6,0, Tour-km 45,0, Ort Trakiškiai, danach befindet sich links ein großer Biwakplatz

 

Fluss-km 2,1, Tour-km 48,9, Ort Pauliai auf dem rechten Ufer, die Ufer werden niedriger, der Fluss nähert sich dem Merkys

 

 

Merkys

 

Fluss-km 22,1, Tour-km 51,0, Mündung der Ula in den Merkys, cirka 300 m danach links Biwakplatz, rechts große Sandbank. Der Merkys ist jetzt 30 m breit, schnellfließend und bis zu diesem Punkt einschließlich seines Quellflusses Salčia schon weit über 100 km problemlos paddelbar. Viele schöne Rast- und Biwakplätze. Wir haben die Merkystour im Jahre 2003 gemacht, Borch hat sie 2004 von der Salčia aus erweitert.

 

Fluss-km 15,0, Tour-km 58,1, Einmündung des Baches Gruda, davor links schöner Biwakplatz. In der Nähe der Ort Puvociai mit Einkaufsmöglichkeit

 

Fluss-km 2,0, Tour-km 81,1, Straßenbrücke. Davor rechts Biwakplatz.

 

Fluss-km 0,0, Tour-km 83,1, Mündung des Merkys in den Nemunas. Dort sofort hinter der Brücke links ein Biwak. Gute Ausstiegsmöglichkeit. Man kann von dort gut in das Städtchen Merkine wandern, wo man neben Einkaufsmöglichkeiten auch den Burgberg und die beiden Museen besichtigen kann. Wir empfehlen davon besonders das Privatmuseum in der alten Kirche. 

 

Eine Weiterfahrt auf dem Nemunas ist möglich. Es geht auf einem stetig fließenden, 60-80 m breiten Fluss weiterhin durch einsame Wälder. Es gibt Rastplätze und Badestellen. Uns hat allerdings im Jahr 2003 die Wasserqualität (nur Elbeniveau) dazu bewogen, die Tour nur bis Alytus und nicht wie geplant bis Kaunas zu machen. Zu groß war die Sehnsucht nach den kalten und klaren Kleinflüssen wie Ula und Merkys und.....

 

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