Die Striegistaler Zwerge
Eigentlich lassen die altsorbischen Namenswurzeln der
Striegis überhaupt nicht auf Zwerge schließen, sondern
deuten auf einen "spritzenden und schäumenden Strom".
Vielleicht haben ja die Namensgeber den Fluss beim ersten
mal so ähnlich gesehen, wie die jetzigen Bewohner beim
Augusthochwasser 2002 im Striegistal.
Die heute bekannten Striegistaler Zwerge jedenfalls sind
sehr schmackhaft und gut als Kraftnahrung vor, nach und
während dem Paddeln geeignet.
Der Sage nach bevölkerten die lustigen, überwiegend rot
und blau gekleideten Persönchen früher das gesamte Tal,
spielten den Bewohnern manchen Schabernack. aber halfen
ihnen in schwierigeren Situationen.
Striegistaler Zwerge der modernen Art:
Der Paddelnachwuchs inspiziert fachmännisch
die Einsatzstelle an der Wiesenmühle:
"Mindestens Wildwasser 0,5+, das sollten wir
riskieren."
Im Normalfall nämlich ist die Striegis ein fairer und
wunderschöner Kleinfluss mit einer sportlichen Note und
einigen einfachen WW-Abschnitten. Das macht ihn zu
einem idealen Fluss für WW-Einsteiger. Wer hier nicht
Spaß am Paddeln findet, wird nie ein Paddler!
Dazu liegt die Striegis nur je eine halbe Stunde von
Dresden oder Chemnitz entfernt und hat ziemlich häufig
Wasser.
Und für nichtpaddelnde Wanderfreunde (auch
Shuttlebunnies genannt) ist das Striegistal auch sehr
gut geeignet.
Auch kulturell und historisch ist das Striegistal interessant.
Die auf dem Bild abgebildete und am km 17,0 befindliche
Steinbogenbrücke (es gibt noch weitere im Tal) wurde zum
Beispiel 1574 erbaut und überlebte - im Gegensatz zu viel
moderneren Konstruktionen - glücklicherweise auch das
Augusthochwasser.

Eigentlich müßte es ja heißen: "Die Striegistäler". Es gibt
nämlich die von Langenau kommende Große Striegis und die
über Hainichen fließende Kleine Striegis. In Berbersdorf (11,0)
vereinigen sich beide. Die Striegis setzt die Kilometrierung bis
zur Mündung fort.

Der maßgebliche Internetpegel für die Striegis befindet sich in
Niederstriegis, cirka 300 m vor der Mündung in die Mulde.
Folgende Richtwerte sollte man beachten:
75 cm - unterste Grenze für eine sinnvolle Befahrung ab
Wiesenmühle (24,5), Ableitungsstrecken gerade noch fahrbar
90 cm - Fahrt ab Oberschöna (34,0) möglich
110 cm - die kleine Striegis wird interessant
150 cm -der Fluss wird gefährlich, für Anfänger schon eher

Ansonsten bietet der Fluss über weite Strecken einsame
Landschaft und harmlose Schwälle, so dass auch schwache
Paddler (siehe rechts) mal nicht mit verkniffenem Gesicht
fahren müssen. Die Schwierigkeiten steigen bei viel Wasser
(ab Pegel 130) im Abschnitt Berbersdorf-Böhrigen an
Einzelstellen in den 2. Grad, sonst werden Schwierigkeiten
eher durch Wehre (meist nach Besichtigung befahrbar), vor
allem aber durch tiefhängende Äste und einige Baumleichen
gebildet.
Marlen an einem fiesen Baum (kurz
nach dem Wehr am km 8,0), der ihr
im November übel mitgespielt hat
Vater (Frank) weist Sohn (Elias) in die
Geheimnisse von Wehrbefahrungen ein
(Wehr Höpperich am km 14,5)
Und wenn dann die störenden Paddler
vorbei sind, kommen die Striegistaler
Zwerge wieder aus ihren Verstecken
Fotos von Steffen Tollmann, Johanna Schmidt und Steffen Gauernack
Stand der Flussbeschreibung - Januar 2003