Rote Weisseritz
Die Rote Weisseritz entspringt auf dem Erzgebirgskamm im Zinnwalder Gebiet und ist bei entsprechenden
Wasserständen auf einer Strecke von über 30 km befahrbar. Richtig interessant sind jedoch nur die letzten 10 km.
Dort wurden Anfang der 60-er Jahre sogar WM in der WW-Abfahrt und im Kanuslalom veranstaltet. Auch touristisch
ist dieser Abschnitt sehr schön, es gibt einen Wanderweg und die Kleinbahn dampft durch das Tal, so daß die
Fahrzeugrückholung zu Fuß, Rad oder Bahn möglich ist.

Allerdings wird dieser Abschnitt weitgehend vom Wasserablass der Talsperre Malter beeinflusst und Wasser wird im
Osterzgebirge immer knapper. Richtig gute Wasserstände gibt es nur zur Zeit der Schneeschmelze und einmal im
Jahr, zu den Sächsischen Slalommeisterschaften - meist im Frühsommer.

Glücklicherweise wohnt unser Topo- und Zigarillofan Steffen Gauernack direkt am Zusammenfluss von Roter und
Wilder Weisseritz und beobachtet unentwegt die Wasserstände. Und wenn der Staumeister mal außer der Reihe am
Rad dreht oder die Nebenbäche ab der Staumauer genug Wasser bringen, ruft Steffen an und die Truppe setzt sich
ganz schnell in Bewegung. Man kann natürlich auch bei Steffen unter 0172 - 379 39 72 anfragen. Und neuerdings
gibt es ja auch einen Internetpegel (ab 4 Kubik bis Rabenauer Mühle, ab 7 Kubik gesamter Fluss)
31,0Waldbärenburg, oberste Einsatzstelle bei sehr hohem Wasserstand, nur 2-3 m breit, verblockt, Bäume,
niedrige Brücken, bis WW II+, wird selten gefahren, Befahrbarkeit vor Ort einschätzen (B 172 läuft parallel)
24,0Schmiedeberg, das Gefälle nimmt ab, der Bach ist 4-5 m breit, WW I, meist Ortsdurchfahrten
16,0Dippoldiswalde
14,3Beginn der Talsperre Malter
10,7Staumauer der Maltertalsperre
09,2Brücke Seifersorf, übliche Einsatzstelle am Parkplatz, zunächst WW I
07,5Wehr der Felsenmühle Spechtritz, 1,4 m, senkrecht, rückläufig, die Schwierigkeiten steigen auf WW II-II+
05,5Wehr der Rabenauer Mühle, 1,6 m, senkrecht, stark rückläufig, siehe auch diesen Bericht
05,3Brücke Rabenauer Mühle, Parkplatz, Gaststätten, eigentlich ist der nun folgende Abschnitt durch den
Rabenauer Grund wegen eines NSG gesperrt. Jedoch ist dort der Naturschutz aus drei Gründen eine Farce:
1.Es folgt bald eine Ableitung für ein Wasserkraftwerk, die den Bach auf cirka 3 km im Sommer trockenlegt
2.An Wochenenden tummeln sich im Grund mehrere hundert Wanderer und Radfahrer
3.Sorgt die dampfbetriebene Kleinbahn auch nicht gerade für die nötige Ruhe
Wir fahren also, wenn es der Wasserstand erlaubt (Pegel an der Brücke der Rabenauer Mühle über 55 cm). Dabei
hatten wir noch nie Probleme, einzig wenige Funktionäre des Sächsischen KV haben uns bisher beschimpft.
04,9Wehr 0,5 m, trotzdem sehr rückläufig, Ableitung, danach WW I-II
03,5unterhalb des Predigtstuhls mehrere 100 m WW III, bei sehr viel Wasser auch darüber
02,0Teilrückführung des abgeleiteten Wassers über Kaskaden, hier beginnen die Slalomwettkämpfe. Wir
umtragen die Strecke, um die Wettkämpfer nicht zu stören, danach nur noch WW I
01,6Brücke, rechts Parkplatz an der Kleingartenanlage hinterm Weisseritzcenter, günstige Aussatzstelle
01,5zwei fahrbare Stufen, Pegel rechts (ab 25 bis Rabenauer Grund, ab 35 durch den Grund)
01,3Wehr, 1,4 m, senkrecht, fahrbar, aber unten Betonplatte
00,1Wehr, 2,3 m, schräg, rechts sehr rückläufig
00,0 Zusammenfluss mit der Roten Weisseritz, hier hat rechts Steffen seine Ranch, wo er auch nebenberuflich
einen Wohnmobil- und Bootsverleih betreibt, Parken und Aussetzen nach Absprache selbstverständlich möglich.
Die Weiterfahrt auf der vereinigten Weisseritz ist prinzipiell möglich (14 km bis zur Elbe), aber wenig lohnend. Der
Fluss ist fast ununterbrochen eingemauert und es gibt etliche hässliche Wehre.
Diesen Shuttleservice bietet nur die Weisseritz
Steffen verschluckt gerade vor Angst sein Zigarillo
Borch beim Erproben einer neuen Figur
Auch Thomas will unter die Rodeofahrer
Die ideale Aussatzstelle - Steffens Grundstück am Zusammenfluss von Roter und Wilder Weisseritz
Wir danken Peter Kuschmir für die schönen Bilder. Zur Strafe musste er mit zur Soca.
Achtung: Diese Flussbeschreibung ist auf Grund des
extremen Hochwassers vom August 2002 ungültig.