Ohre (Eger) mit Nebenflüssen
Ohre (Eger)
Tepla
Bystrice
Rolava
Svatava
Lomnicky p.
Pramensky p.
Strela
Ohre (Eger)
Die Ohre mit Ihren Nebenflüssen ist eines meiner Lieblingsrevier in der Tschechischen Republik. Das liegt
zum einen an der geringen Entfernung, zum anderen an den im Gegensatz zu den Flüssen des sächsischen
Erzgebirges recht geringen Verbauungen.
Die Ohre wird von den tschechischen Kanuten vor allem im Abschnitte zwischen Loket (Flußkilometer
191,7) und Klasterec (Flußkilometer 132,8) befahren. Dort ist sie landschaftlich am reizvollsten und bietet
auch ab und an leichtes Wildwasser (auch für Faltboote und offene Canadier geeignet). Ein guter
Ausgangspunkt für Fahrten ist der Zeltplatz in Loket (Flußkilometer 190,5) in der Nähe von Karlovy Vary
(Karlsbad). Die Ohre ist in Plastebooten ab Loket bei einem Pegel in Karlovy Vary von mindestens 50 cm
gut fahrbar. Bei mehr werden natürlich die Schwallstrecken interessanter.
Man darf von diesem Zeltplatz nicht all zu viel erwarten, aber Toiletten, fließendes Wasser und vor allem ein
Kiosk sind vorhanden. Wer es etwas westeuropäischer mag, sollte auf den Zeltplatz in Kalovy Vary (an der
Tepla, in der Nähe des Grandhotels Pupp, für tschechische Verhältnisse sehr teuer) oder zum Campingplatz
"Na Spicu" im Dorf Radosov (Flußkilometer 159,5) fahren. Dort gibt es allen Komfort - aber eben keine
tschechischen Kanuten.
Diese nutzen neben dem Camp in Loket vor allem den Zeltplatz an der Stromschnelle Hubertus
(Flußkilometer 169,3, linksufrig, nur vom Wasser zu erreichen), am Wehr in Radosov (Flußkilometer 158,2,
nur im Sommer) oder auf dem Sportplatz in Vojkovice (Flußkilometer 151,5). Sehr beliebt sind auch
Lagerplätze an der alten Flößerkneipe in Dubina (Flußkilometer 161,5) oder an der alten Mühle
(Flußkilometer 148).
Für die kalte Jahreszeit empfehle ich die Pension "Betty" in Perstejn (Flußkilometer 139). Auch wenn man
dort nicht übernachtet, sollte man anhalten und die vorzüglichen Fischgerichte probieren. Außerdem spricht
der Wirt ausgezeichnet deutsch und organisiert auch die Fahrzeugrückholung. Diesen Service braucht man
jedoch nur bei Befahrung der Nebenflüsse, da man ansonsten die Eisenbahn nutzen kann.
Wer nun an diesem oder an anderen tschechischen Flüssen Schickimicki-Wildwassertourismus westlicher
Prägung erwartet, wird enttäuscht sein und sollte wohl auch gar nicht kommen. Wer jedoch noch einmal
Wasserwandern wie früher, Lagerfeuer bis in den frühen Morgen und internationale Paddelkameradschaft
erleben will, der wird seinen Spaß finden und wunderschöne Erlebnisse haben.
Noch einige Korrekturen zum DKV-Auslandsflußführer, Band 7, Ausgabe 1996:
- Das Wehr am km 162,6 ist mit Plastebooten auf der linken Seite eigentlich bei jedem Wasserstand
befahrbar
- Das am km 143,4 angegebene Wehr ist eher eine Steinschüttung und bietet auf der rechten Seite eine
angenehme Durchfahrt
- Das am km 138,4 angegebene Wehr ist schon seit 15 Jahren verfallen und als solches kaum noch erkennen
- gefährlich, insbesondere bei höheren Wasserständen sind nur die Wehre am km 178,3 und 158,2. Dafür
sind sie leicht zu umtragen

Tepla
Die Tepla ist ein rechter Nebenfluß der Ohre. Sie ist recht gut beschrieben im DKV-Auslamdsführer, Band
7, Seite 160. Der Oberlauf (zwischen Mnichov und Becov besonders schön) ist nur im Frühjahr und nach
starkem Regen zu fahren. Gleiches ist besonders die Strecke zwischen dem Stausee und der Mündung in die
Ohre zu empfehlen. Achtung bei hohem Wassersstand - dann können es die Rückläufe ganz schön in sich
haben. In der Regel wird die Staumauer am 2. Septemberwochenende jeden Jahres geöffnet. Dann treffen
sich die tschechischen Kanuten zu einer lustigen Abfahrt. Im Rahmen dieses Wochenendes werden in der
Regel auch der Lomnicky potok (siehe auch DKV-Auslandsführer Band 7, Seite 161) und die Strela
(siehe Beschreibung weiter unten) befahren. Achtung: Im Jahr 2000 ist diese Veranstaltung am 16./17.09.
Bystrice, Rolava, Svatava
Wenn der Pegel der Ohre in Karlovy Vary die 75 cm Marke überschreitet, werden meist auch die
obengenannten linken Nebenflüsse der Ohre interssant. Dabei bewegen sich die Schwierigkeiten der
gesamten Svatava (ab Kraslice) und der Unterläufe von Bystrice und Rolava im Bereich I-II. Die Oberläufe
der beiden letzgenannten Flüsse sind deutlich schwerer (Rolava von Cerna Voda bis Nova Role WW IV in
einem dunklen, fast gruseligen Waldtal)). Für die Befahrung der Oberläufe sollte der Ohre-Pegel mindestens
90 cm betragen. am besten vor Ort besichtigen. Siehe auch DKV-Auslandsführer Bd. 7. S. 159-163.
Strela
Dieser Fluß gehört zwar nicht zum Flußsystem der Ohre, zählt aber trotzdem zu den Hausflüssen der
Karlsbader Kanuten (Siehe auch DKV-Auslandsführer Bd. 7, S. 174). Besonders interessant ist der
Abschnitt zwischen Rabsteijn (km 41) und der Straßenbrücke von Mladotice (km 24). Der Pegel in Plasy
sollte mindestens 65 cm betragen. Besonders interessant wird der Fluß bei Öffnung des Staudammes
der Talsperre Zlutice.
Wenn ich diese Strecke fahre, mache ich meist folgendes: Boot in Rabstejn ablegen, Auto abbstellen und
dann zurückwandern zum Fahrtbeginn. Es ist eine landschaftlich sehr schöne Strecke. Auch das Schloß
und die Stadt Rabstejn sollte man unbedingt beäugen.