Wesenitz (Wjazonica)
Die Wesenitz (Wjazonica = Bach an Ulmen) ist auf deutschem Gebiet mit 83 km Länge der viertgrößte
rechte Nebenfluss der Elbe und trotzdem selbst Dresdner Paddlern häufig nicht bekannt. Auch die Km-
Angaben und manche weitere Bemerkungen im DKV-Gewässerführer für Ostdeutschland, 1994,
S.265/266 sind ganz oder teilweise falsch.
Sie entspringt im Lausitzer Bergland in 515 m Höhe und mündet bei Pirna in die Elbe. Interessant für
Wildwasserpaddler ist die Tatsache, daß sie auf den letzten 15 km fast 150 Höhenmeter überwindet.
Dabei haben mehrere Abschnitte ein Gefälle von über 15 %o.

kmBeschreibung
62,0Ortslage Neukirch (Wjazonca) Beginn der Befahrbarkeit bei sehr gutem Wasserstand, aber
eigentlich nicht sonderlich lohnend bis Goldbach (km 39). Es wechseln sich Wiesenabschnitte, teilweise
stark mäandrierend mit kurzen Skalen (Felsengtäler) ab. Mehrere längere Ortsdurchfahrten mit niedrigen
Brücken und meist fahrbaren Wehren. Einige wenige Stellen WW I.
52,0Ortsmitte Putzkau (Pockowy)
44,0Stadtmitte Bischofswerda (Biskopicy)
39,0Goldbach, übliche Einsatzstelle für Wanderstrecke bis Dürröhrsdorf-Dittersbach (km 18). Ab
jetzt überwiegen die Waldtäler, die Wiesenabschnitte und Ortsdurchfahrten werden weniger, Wehre gibt
es weiterhin einige
34,5Großhartau
29,0Schmiedefeld, es beginnt der landschaftlich schönste Teil der Wanderstrecke, parallel läuft der
Buschmühlenwanderweg
25,8Verfallenes Wehr der Obermühle Neudörfel, Betonbalken in Gesichtshöhe!
24,2Gefährliches teilweise verfallenes Wehr
24,0Brücke der Straße Neudörfel-Stolpen, links oben öffnet sich der Blick auf Stadt und Burg
Stolpen, ein Besuch ist äußerst lohnenswert
21,0Helmsdorf, nach Helmsdorf schönes Waldtal
17,8Parkplatz Dürröhrsdorf-Dittersbach, übliche Einsatzstelle für die Befahrung der WW-Strecke,
nach einigen hundert Meter Fahrt durch den romantischen Schlosspark bricht sich die Wesenitz ihren
Weg durch den letzten Lausitzer Granitriegel und tritt in den Elbsandstein ein. Es entsteht der
sogenannte Teufelskanal, eine 800 m lange Blockstrecke, je nach Wasserstand bis WW III-. Die Strecke
bietet alles, was das WW-Herz begehrt: Verzwickte, unübersichtliche Durchfahrten, Abfälle, Prallwände,
Kehrwasser und am Ende ein 3m hohes zerfallenes, aber in der Mitte befahrbares Wehr.
Im Teufelskanal
Ausgangswehr Teufelskanal
Man kann den Teufelskanal sehr gut von parallelen Wanderwegen aus besichtigen, besonders wegen
eventuell eingespülter Holzhindernisse. Nach dem Wehr bleibt die Schlucht noch eng, der Fluss wird erst mal
leichter. Wir tragen häufig nochmal hoch oder verbringen auch ein paar Stunden dort zum Üben und Spielen.

kmBeschreibung
16,4Elbersdorf, Straßenbrücke, möglicher Parkplatz, 50 m nach der Brücke rechts maßgeblicher Pegel
Pegel 50 - Durchrutschen durch die WW-Strecken möglich
Pegel 60 - Übungsfahrt mit Spielstellen, durch das große Einzugsgebiet der Wesenitz wird dieser Pegel auch
schon nach mittleren Regenfällen häufiger erreicht
Pegel 80 - jetzt wirds richtig gut, mich hat es bei meiner ersten Wesenitzgesamtfahrt vor 20 Jahren bei einem
Stand von 100 mal "ausversehen" in den Teufelskanal reingespült. Das Faltbootforum verzeihe mir.......
Leider fühlt man sich auf den nächsten 3,5 km erst mal auf die Wanderstrecke zurückversetzt. Der Fluss
muss sich von seinen plötzlichen Eskapaden erholen, außer zwei befahrbaren Wehren passiert nichts.
11,8Wehr ehemalige Asbestfabrik, danach beginnt die Lohmener Klamm. Hier muss früher einmal die
schönste WW-Strecke der Wesenitz gelegen haben, die leider im Rückstau verschwunden ist. Trotzdem ist
die Fahrt in der senkrechten Sandsteinschlucht schön.
10,8Wehr Kraftwerk Mauermühle, 12 m, mehrstufig. Obwohl ich bei genügend Überlauf schon eine
Befahrung durch einen Alt-AKC-ler gesehen habe, ziehen die meisten ein Umtragen rechts vor
Danach beginnt das Stadtgebiet der Kleinstadt Lohmen mit 3 befahrbaren Wehren. Man bemerkt eigentlich
nur die Burg und oben auf den Felsen stehende Häuser.
9,2Wehr Daubemühle, 5 m, bei genügend Überlauf fahrbar, ansonsten links umtragen. dabei kann man
sich in der wiedereröffneten Gaststätte im Mühlengebäude stärken. Manchmal tragen wir auch von der
Ortslage Mühlsdorf die Boote runter, um den nun folgenden Abschnitt "Liebethaler Grund" zu befahren.
8,9Lochmühlenfall, 5 m, ein Wehr, das seine Funktion längst verloren hat und zu unserer liebsten
Sprungschanze geworden ist. Man sollte die Stelle und die nachfolgenden 200 m vor Erstbefahrung
besichtigen. Dabei kann man auch die Ruine der Lochmühle bewundern, in der Richard Wagner seinen
Tannhäuser schrieb (Denkmal anbei).
Wassermäßig geht es noch ungefähr einen km WW III- (wasserstandsabhängig) abnehmend weiter, ehe der
nächste Rückstau folgt. Dieser Abschnitt ist der letzte uns verbliebene rechtselbische Wildwasserabschnitt in
einer Sandsteinschlucht. Den Rest haben Naturnutzer verbaut oder Naturschützer gesperrt.
7,6teilweise verfallenes Wehr Liebethal, mehrere interessante Fahrtrouten, damach folgen noch ein paar
hundert Meter bis WW II, Für Freunde des trockenen Gesteins befindet sich rechts ein Klettergarten,
Ortslage Liebethal
6,8Abfall unter einer alten Steinbogenbrücke, 1,8 m, rückläufig, in der Regel unser Abschlusskick
Die Wesenitz verlässt die Schlucht und verliert an Gefälle und mündet schließlich in der Pirnaer Elbaue in den
großen Fluss.

Anfahrt zum Lochmühlenfall
Absprung
Landung
Wann spuckt es den Nächsten aus?
"Surfen" im Liebethaler Grund
Alle Fotos wurden von Uwe Retsch im Januar 2001
bei einem Pegel in Elbersdorf von 52 (also eigentlich
zu wenig) gemacht und zeigen "Die letzten
Gespenster der Sächsischen Berge" bei mehr oder
minder geglückten Manövern.
Manchmal hat die Wesenitz auch mehr Wasser. Die folgenden Fotos hat Uwe bei einem Pegel von 85 gemacht.
Wer genau hinschaut, erkennt in der Mitte den
Rainer auf dem 12 m-Wehr an der Mauermühle.
Matthias in perfekter Haltung im Liebethaler Grund.