Lech 2001
Text: Thomas
Laag, Fotos: Thomas Laag, Helmar Gliesche, Helmut aus Wien
Schuld war Manni, den ich hoffentlich irgendwann mal
kennen lerne. Im Kanu-Magazins werden jede Menge Gewässer beschrieben. Ganz im
Unterbewußtsein prüfe ich die Berichte immer auf Fahrbarkeit für mich. Viele
Gewässer, besonders die wilden Wasser, kommen für Faltboote (und für mich)
nicht in Frage. Beim durchstöbern des Kanu-Magazins 3/2001 fiel mir ein Artikel
auf, eben von jenem Manni. Der dort beschriebene mittlere Lech versprach
"leichtes" Wildwasser in traumhafter Umgebung, war leicht zu
erreichen und die berühmte Hand breit Wasser unterm Kiel schien gewährleistet.
Dann gab es diese Diskussion im Falbootforum über Faltboote und Wildwasser. Schnell war auch ein Mitstreiter gefunden,
Roland war gleich Feuer und Flamme. Letztlich konnten wir noch 5 weitere
Leutchen mobilisieren. Ein Termin wurde gefunden, so trafen wir uns am 17.
August in Häselgehr.
Das Lechtal präsentierte sich regnerisch und der Lech hatte gar nicht dieses Postkarten-Blaugrün sondern die Farbe von Schokolade. Offenbar wurde sämtlicher Staub der letzten Wochen gerade runtergespült. Paddler sind ja unkomplizierte Leutchen, schnell wurden wir uns bei einem Begrüßungs-Wodka (sicher ein sorbischer Brauch) einig, das wir die Dorf-Kneipe aufsuchen und dabei noch mal die Stelle unter der Brücke ansehen.

Die Stelle war bei unserem Wasserstand nicht besonders
schwierig, da der bewußte Stein in der Hauptströmung weithin frei lag. Das
Plumsklo war sozusagen nicht installiert und die überall empfohlene Strategie
sich links an der Walze vorbeizuschmuggeln unmöglich, weil dort weitere Steine
aus dem Wasser ragten. Die Anfahrt war auch nicht geradlinig. Kurz vor der
Brücke sollte man in die Mitte ziehen und ganz knapp links an der bewußten
Klamotte vorbeischrammen. Nach der Brücke ging es lustig weiter bei flotter
Strömung. Der Fluß war hier ganz schön eingeklemmt. Alle fachsimpelten eine
Runde, ich habe mir so meinen Teil gedacht: Vernavigieren möchtest du dich
morgen nicht. Um solche Gedanken nicht aufkommen zu lasse, haben wir sie dann
im Bier ertränkt. Dank Helmut klappte auch die Kommunikation mit den
Einheimischen reibungslos. Nach kurzer Nacht ging dann früh alles sehr schnell.
Besonders viel essen konnte ich nicht. Ob das am österreichischen Bier oder an
der innerlichen Aufregung auf die Dinge die da kommen sollen lag? Mit den
sieben Sachen im Auto ging es nach Steeg. Und tatsächlich da lag schon ein
Haufen undefinierter Hölzer auf dem Gras. Jürgen aus München war schon da. Er
war zur Ehrenrettung mit der Bahn und dem Bus angereist. Und dann begann wieder
dieses eigentümliche Chaos, welches am Ende tatsächlich schwimmfähige Boote
hervorbringt. Ach so, die Boote samt Besatzung: Da waren Roland und Thomas aus
Radebeul bzw. Döbeln. Thomas hatte seinen Pouch RZ 85-2 mitgebracht.
Besonders gut haben mir die guten grauen Gummi-Spitzenbeutel gefallen. Passend
dazu hatte Roland seine Montur ausgewählt: einen blass-roten tschechischen
Eishockeyhelm und eine Schwimmweste Typ orthopädisches Haltungskorsett, im
gleichen Farbton. Nostalgie pur! Ansonsten war die Ausrüstung natürlich
profimäßig.

Der andere Zweier wurde aus Helmar (Göttingen) und Peter (Nürnberger Ecke) gebildet. Helmar hatte einen ziemlich neuen RZ 85. Das Boot machte einen guten Eindruck. "Nachwende-Boote" von Pouch hatte ich bisher kaum begutachten können. Bleiben noch die drei Einer: Helmut (Wien) mit einem GESA Wandereiner ca. Baujahr 70, Jürgen mit einem Klepper SL 59 und ich (Pforzheim) mit einem Pouch E 65 auch ca. Baujahr 70. Uns und die Boote haben wir dann entsprechend präpariert, für die Boote gab es Auftriebskörper und unsere Grundausstattung bestand zumindest aus Helm, Schwimmweste und Neopren-Zeugs. Dann ging es los. Die Einsatzstelle war eigentlich recht gut. Sie befand sich direkt am Pegel Steeg. Wir hatten so 260 cm. Man mußte eine schmal Treppe runter und dann gab es da einen Sims fast auf Wasserhöhe. Die Strömung war an dieser Stelle aber gleich recht ordentlich. Zuerst machte sich Helmut auf und fand auf der anderen Seite ein Kehrwasser. Dann war ich an der Reihe. Also hinein ins Boot und los. Nun gab es kein zurück mehr. Da ich ein halbes Jahr nicht im Boot gesessen habe war ich schon etwas aufgeregt. Es ging aber problemlos. Dann kam Jürgen, für ihn fand sich auch noch Platz im Kehrwasser. Die Zweier waren schnell eingesetzt, es wurde gestartet. Also raus aus dem Kehrwasser und rum die Kiste.

Helmut fuhr erst mal vor, mir war es recht. Ich hatte
genug mit mir und Boot und Fluß zu tun. Der Wasserstand war wirklich niedrig,
so das es praktisch nicht mehrere Routen für‘s Faltboot gab. In so manchem
Steingarten war es auch ziemlich eng. Die Zweier hatten es hier deutlich
schwerer, da hier Wendigkeit gefragt war. Mit meinem E 65 mußte ich mich auch
erst mal zurechtfinden. Meine Sitzposition hatte ich erhöht, dies mache ich
grundsätzlich. Um richtig Kontakt mit dem Boot zu bekommen, müssen die Knie
nach außen gedrückt werden. Man verkeilt sich praktisch am Süllrand durch
Spreizung. Leider funktioniert dies nur, solange der Kopf der höchste Punkt
ist, wie ich später noch erfahren durfte. Beim E 65 stört an dieser Stelle
noch dazu der Spant 3. Verbesserungen wären hier wünschenswert, doch gibt es
keinen Umbausatz. Beim "Single 2000" hat man Lösungen gefunden, wie
gut diese sind konnte ich bisher nicht testen. Es wäre jedenfalls toll, wenn
man sich im Boot "festmachen kann" wie jeder normale Mitteleuropäer,
nämlich durch Schenkelstütze.

Ansonsten lief der E 65 sehr gut. Auf
Querströmungen ist er allerdings anfällig, was häufiges Stützen notwendig
macht. Mit dem Kanten hatte ich auch so meine Probleme. So mußte ich mich unter
realen Bedingungen an meine Grenze heran tasten. Ich versuchte mich
ausschließlich mit der niedrigen Stütze, obwohl ich früher nur hoch gestützt
habe, nicht weil die Walzen so hoch waren, sondern ich es nicht anders kannte.
Bei so mancher Kehrwassereinfahrt hätte ich auch beinahe den schon wartenden
über den Haufen gefahren. Wenn man den E 65 zu wenig kantet und nur stützt, fährt
der praktisch geradeaus weiter und man braucht viel Kraft um den Kahn zu
bremsen und zu drehen. Bei Roland und Thomas konnte man sehen wie es aussehen
soll. Es ist toll, wenn ein 5,50 m langes Boot ins Kehrwasser schießt,
herumdreht und steht. Bald suchten wir uns ein Plätzchen für die erste Pause.
Die Boot mußten auch bei allen erst mal ausgeleert werden. Am meisten Wasser
hatten Roland und Thomas. Das lag am lustigen Wanderspritzdeck, welches
insbesondere im Bereich von Rolands Knie nicht mehr zu schließen war. Bei jeder
größeren Welle nahm der Kahn einen Schwapp mit. Die neue Spritzdecke von Helmar
und Peter war offenbar besser dicht. Ich hatte natürlich auch ordentlich Wasser
aufgenommen, gut das man Neopren trägt. Die Sonne lachte, das Wasser hatte so
langsam wieder die Farbe von Wasser, alles hat also zum Bade eingeladen. Also
Klamotten raus und rein. Es war mächtig kalt aber mit Neopren-Schuhen war es
auszuhalten fand ich. Helmar hat das nicht gestört und ist barfuß im Wasser
herumgelaufen als wäre es nichts. Das Temperaturempfinden ist offenbar
unterschiedlich ausgeprägt. Noch eine Büchse Bier zum Aufwärmen und dann ging
es weiter (unser Vesper bestand natürlich auch aus fester Nahrung).

Langsam bekam der Lech mehr Wasser und die Wellen wurden
höher. Nach einer Brücke lag ich dann auch schon im Lech. Da war eine kleine
Holzbrücke mit mittig einem Pfeiler. Man konnte nur knapp links am Pfeiler
vorbeifahren und dann kam ein Schwall. Helmut fuhr voran und nahm die Hürde
ganz locker. Ich erwischte die Anfahrt nicht ideal, kam ins Kehrwasser vom
Pfeiler. Ich saß auch gerade zu lässig im Boot und war total überrascht wie
schnell das Boot kippen kann. Ich kippte nach rechts. Nachdem ich meinen
Schreck überwunden hatte, entschied ich mich fürs aussteigen, also Spritzdecke
aufmachen und raus. Das Boot hatte ich sofort, ich bekam Grund unter die Füße,
faßte das Boot seitlich und wuchtete es herum. Das klappte erst im zweiten
Anlauf, war halt zur Hälfte voll Wasser. Kurzer Check: bei mir war alles noch dran,
dem Boot fehlte Trinkflasche und Lappen. Helmar und Peter waren beigedreht und
kamen mir zur Hilfe, Jürgen brachte mein Paddel. In weiser Voraussicht hatte
ich für solche Fälle einen Highland abgefüllt und abschwimmsicher im Boot
gelagert jetzt gab es für alle einen Schluck aus der "Kenterflasche".
Im nachhinein, muß ich sagen, hatte ich sicher Glück. Mein tiefster Punkt war
nach Kenterung meine Nase, das macht sich unter Umständen nicht so gut.
Außerdem werde ich an mein Spritzdeck eine Aufreißlasche nähen, die
Spritzdecköffnung gestaltet sich "blind" dann sicher einfacher. Es
lohnt sich sicher Kenterungen zu üben, denn schulbuchmäßig bin ich sicher nicht
ausgestiegen. Weiter gings. Die Schwälle machten nun richtig Spaß und die Boote
tanzten lustig mit. Eklige Steingärten (leichte Verblockung) gab es nicht mehr.
Langsam nährten wir uns Häselgehr. Dies sollte ja die Schlüsselstelle sein.
Letztens habe ich gelesen, daß man vor Jahren ein bischen rumgesprengt hat um
den Lech Raft-tauglicher zu machen. Viele Angaben über die Durchfahrt Brücke
Häselgehr sind dementsprechend nicht mehr aktuell. Bei unserem Wasserstand war
sie nicht viel schwerer als etliche Stellen vorher. Sicher gelandet lagen nun
die Boote auf der Wiese alles wurde zugehängt mit nassen Klamotten. Mit
trockenen Sachen fühlt man sich wie neu geboren. Nach individueller
Menschwerdung wurde ein Tarp gespannt, jetzt konnten wir zum gemütlichen Teil
übergehen. Es wurde gekocht, gegessen und getrunken und dann ein kleines
Lagerfeuer angelegt. An jenem saßen wir dann und ließen den Tag Revue passieren
bis der Zeltplatzwart der Gemütlichkeit ein jähes Ende setzte. Nix Lagerfeuer!
Dies entlockte Roland einen mindestens einminütigen sorbischen Fluch, der
Zeltplatzwart wird sicher jetzt noch grübeln, was ihm da wohl widerfahren ist.

Am Sonntag stand die zweite Etappe auf dem Programm.
Das Einsetzen von Faltbooten am Zeltplatz Häselgehr hat schon Seltenheitswert,
es fanden sich gleich Zuschauer bei unserer Startaktion. Ehrfurchtsvoll führten
Väter ihre halbwüchsigen Söhne an unsere Boote und erklärten ihnen, dass sie
mit solchen Lumpenkreuzern auch das Paddeln gelernt haben. Vorab hatten wir
noch unsere Autos nach Weißenbach geschafft, das war unser Tagesziel. In den
verschiedenen Flußführern wurde immer auf die schnelle Strömung und eine
Prallwand mit Eisenbahnschienen hingewiesen. Die Strömung war da und die
Prallwand mit Schienen tauchte unvermittelt auf, in der Tat eine bemerkenswerte
Konstruktion. Die Prallwand war praktisch durch senkrechte Schienen im
Halbmeterabstand verkleidet damit es auch immer eine Prallwand bleibt. Zur
eigentlichen Wand war aber schon ein Abstand von vielleicht 20 cm entstanden.
Da sollte man lieber nicht einfädeln. Also Nase Weg von der Wand und im
schlimmsten Fall eine Ehrenrunde im gegenüberliegendem Kehrwasser machen.
Helmar und Peter kamen etwas von der Ideallinie ab und konnten sich die
Schienen von der Nähe ansehen, bloß gut nur kurz touchiert. Aber irgendwie war
der Wurm drin, an einer folgenden leicht verblockten Stelle kam es zur
Kenterung. Ich konnte es gut beobachten, denn ich fuhr gerade genau hinter den
beiden. Ein größerer Stein wurde spät bemerkt, kräftiger
"Stockeinsatz" konnte das Unglück nicht mehr verhindern. Man wollte
rechts vorbei, der Stein traf das Boot links, die Strömung drückte aufs Boot
und schon kippte alles nach rechts. Letztlich ist nichts passiert. Peter kam
dann doch irgendwann aus dem Boot raus, Ich glaube er hatte nicht gleich das
Spritzdeck aufbekommen. Das nächste Mal geht es bestimmt fixer. Es war hier
flach, so war die Berge-Sammel-Auskipp-Aktion kein Problem, es ging gleich
weiter. Es folgten mehrere ordentliche Schwälle. An einem von ihnen kamen wir
dann unerwartet zu unser Mittagspause. Der Fluß bildete schon deutlich Mäander.
Schwälle entstanden immer dann, wenn der gesamte Fluß vor einer Kiesbank abbog.
Man mußte also immer vorsichtig anfahren das Boot "einnorden" und
hinein in den Schwall. Helmut kenterte auf einmal an einem solchen Schwall. Die
nachfolgende Kiesbank wurde kurzerhand zum Rastplatz erklärt. So konnten wir in
aller Ruhe Boot auskippen usw.

Helmut konnte es gar nicht fassen, denn eigentlich sah
der Schwall nicht sonderlich tückisch aus. Sein Boot war schnell umgesetzt, auf
zur zweiten Befahrung. Diese lief ab wie die erste. Da wir alle am Ufer
standen, konnten wir sehr gut beobachten und fotografieren. Auf einem Bild
sieht man kein Boot mehr, nur Helmut schaut aus weißem Schaum heraus. Es ist
offenbar viel Luft im Wasser, wenn ein 4,50 m langes Boot komplett abtaucht. Sicher hatte Helmut auch nicht wenig Schwung. Das
Boot wurde dann nach links "herauskatapultiert" mit halber Drehung.
Dafür gibt es mindestens 10 Punkte in den Haltungsnoten und diese werden ja
bekanntlich am höchsten gewertet. Ich nehme an, das es links einen kräftigen
Wirbel gab, also rechts kanten usw. hätte in der A-Note besser abgeschnitten,
die B-Noten ist nicht zu toppen. Ich bin den Schwall ziemlich weit rechts
gefahren, also fast auf der Verschneidungslinie, und von bösen Strömungen war
dort nichts zu spüren. Weiter links hätte ich sicher Helmut Konkurrenz gemacht.
Bald waren wir in Stanzach und dort sollte es ja eine Stelle mit Walze geben.
Bedingt durch den niedrigen Wasserstand sah die Stelle so aus. Links war kein
Wasser, alles floß rechts an einem Fels vorbei um dann von einer kleinen Wand
sich nach links bzw. geradeaus zu ergießen. Danach hatte sich ein Kessel
gebildet. Hier wurde der Fluß auf weniger als 2 oder 3 m zusammengepreßt. Der
Höhenunterschied betrug sicher ein Meter. Man kann sich gut vorstellen wie die
Stelle bei höherem Wasser aussieht, dann gibt es links eine leichte Durchfahrt
und die gesamte rechte Flußhälfte ist durch eine mächtige Walze versperrt. So
ist es auch in diversen Flußführern beschrieben. Bei uns waren es nur Wellen.
Irgendeine Kajakschule machte hier gerade Rast und standen sogar mit Wurfsäcken
bereit. Die waren alle verdutzt als wir sogar mit Faltboot-Zweiern
vorbeischipperten. Die Hürde nahmen wir alle problemlos. Es ist toll, solch
einen größeren Schwall zu befahren. Mit Schwung ging es hinein in die erste
Welle, das Wasser schlug mir bis ins Gesicht, mein Kajak war praktisch in die
erste Welle eingestochen. Ich hatte auch das Gefühl, als ob man kurz
stehenbleibt und erst durch gleichgültiges weiterpaddeln zur nächsten Welle
kommt. Die Welle war wohl kurz vor der Walzenwerdung. Danach hüpfte man noch
über ein halbes Dutzend lustiger Wellen. Wir drehten bei und machten einen
kurzen Systemcheck. Nach uns kamen auch einige Wildwasserkajaks. Einige sind
professionell gesurft und einer ist gleich mal gekentert, der war
wahrscheinlich zu froh die Hürde geschafft zu haben und kenterte dann in der
dritten oder vierten Welle. Für uns ging es weiter Richtung Weißenbach. Das Tal
öffnete sich jetzt, der Lech mäanderte, wie sich das gehörte. An einer schönen
Kiesbank machten wir noch mal Rast.

Wir gingen 50 m stromauf und überließen uns für
kurze Zeit dem Fluß. Dazu mußte man bis zur Mitte waten und dann sich in die
Hauptströmung gleiten lassen. Da war es tief genug um mit Beine hoch ohne
Gefahr zu treiben. Das Vergnügen dauerte nur wenige Sekunden. Noch eine
Obligatorische "Blechsemmel" damit Flüssigkeit nicht nur von außen
dem Körper zugeführt wird. Bald hatten wir auch diese Kiesbank hinter uns
gelassen. Viel zu schnell erreichten wir den Ausstieg. Jürgen und Helmut
entschieden sich noch fürs Weiterpaddeln, sie waren ja unabhängig weil mit
Bahn. Wir bauten unsere Boote ab und vernichteten die letzten Vorräte. Die
Sonne schien herrlich, wir brauchten keine nassen Sachen einzupacken. Nach und
nach machte sich jeder auf die Heimreise. Es war ein Wochenende, an dem viel
gelacht wurde. Ich hatte eine Menge dazugelernt, denn paddeltechnisch war dies
eine deutliche Steigerung gewesen. Bei Vergleichen muß ich mich auf andere
verlassen. Roland hat keine Stelle schwerer als WW II gesehen. Helmut hat in
Stanzach einen klaren Dreier erkannt. Für Faltboote war alles noch glatt
fahrbar ohne vorheriger Besichtigung. Die Schäden haben sich in Grenzen
gehalten, bei den Zweiern gab es etwas Bruch, ein Spant, einige Senten. Mein
Kahn hatte ein kleines Leck ganz hinten. Keine Schäden hatten wohl der alte
Klepper Slalom-Einer. Das war sicher auch das geeignetste Boot. Ohne Helm und
Schwimmweste sollte man nicht auf solche Touren gehen, das haben die
Kenterungen gezeigt. Ohne Neopren friert man sicher beizeiten.
Irgendwann komme ich bestimmt wieder zum Lech.
Vielleicht bei höherem Wasserstand. Und sicher gibt es auch 2002 wieder in den
Alpen eine Wildwasserfahrt mit Faltbooten.