Paddelziele der Sonderklasse
Wir hatten uns zwei Hauptpaddelziele ausgesucht.

1. Die Schuja (genauer gesagt, die südliche Schuja. Es gibt
weiter nördlch noch eine ebenfalls wunderschöne Namensvetterin)
Die Schuja kannte ich schon von einer Tour von vor 20 Jahren. Sie
wird recht häufig von Individualisten, aber auch kommerziellen
Anbietern bepaddelt, man hat eigentlich jeden Tag zumindest
auch einmal Zivilisationskontakt. Daher eignet sich die Schuja gut
als Einsteigertour, um Paddeln in Karelien kennen zu lernen.

2. Den Keret kurz unterhalb des Polarkreises mit Mündung ins
Weisse Meer und anschliessender Fahrt in einen Fjord, um zum
Auto zurück zu kommen. Ausser an 2 Brücken kein
Zivilisationskontakt, also fast eine richtige Expedition.

Zur Auflockerung der langen Autofahrt haben wir auf der Hinreise
noch 2 Tage auf der Gauja in Lettland und auf der Rückreise 2
Tage auf der Ula in Litauen gepaddelt.
Vom Charakter her ähneln die Flüsse den Gewässern in Lappland. Häufig lange ruhige Abschnitte, auch
mal richtige Seen und dazwischen immer wieder ordentliches Wildwasser. Wir hatten für diesen Fluss
auch eine gute Torenbeschreibung mit Beschreibung aller einzelnen gut 20 Stromschnellen. Die meisten
waren so WW II, einige auch darüber, vielleicht bis III+. 2 Stellen haben wir getreidelt bzw. gerentnert,
den Rest sind wir sauber runtergekommen. Nur Jensen hat es einmal mit seinem Seekajak umgehauen,
unsere Yukons waren deutlich besser geeignet. Bei vorsichtiger Fahrweise und Erfahrung ist der Fluss
auch faltbootgeeignet.
Wir haben die 114 km von der Brücke Chautavaara bis zur Turbasa bequem in 6 Tagen geschafft, man
kann die Fahrt auch noch bis zu 70 km oberhalb beginnen und nach unten weiter fahren.
Der Keret war ein rauherer Geselle als die Schuja. Hier sind wir mehrere Stromschnellen mit feinem
Wuchtwasser im oberen 3. Grad gefahren, die Stromschnellen waren länger (z.B. gut 1,5 km bei der
Mündung ins Weiße Meer). Noch dazu stimmte in unserer Beschreibung die Abfolge nicht ganz, so
dass wir einige der schwersten Abschnitte "auf den langen Hals" gefahren sind und von dort auch keine
Fotos gemacht haben. Wir hatten im Juni einen sehr guten Wasserstand. Unsere Strecke vom Ausfluss
aus dem Keret-See bis Tschkalowski betrug 108 km. Die Tour ist durch Inselhopping auf dem Keretsee
bzw. dem Weißen Meer fast beliebig erweiterbar. Auch den Keret halte ich bedingt für falbootgeeignet