Schwein an der Grenze
Eigentlich war die Fahrt ganz entspannt. Schliesslich sind es
von Dresden bis nach Petrozawodsk nur gut 2000 km und dann
bis zum Polarkreis nur noch mal 700 km. Unterwegs haben wir
an der Gauja in Lettland einen 2-tägigen Paddelstop eingelegt,
um Kraft für die bevorstehenden Abenteuer zu sammeln.

Die Transitsraßen durch Polen und durchs Baltikum sind ja
bekanntermaßen gut und an der estnisch-russischen Grenze
haben wir auch nur 7 Stunden auf Abfertigung gewartet. Gewürzt
wurde die Tatsache dadurch, dass wir die ganze Zeit in der
Schlange neben einem Schweinetransporter vorrückten.

In Russland wurden dann die Straßen schlechter, die
Umgehungsstraße um Petersburg war auf weiten Strecken nur
mit 20 km/h befahrbar, nach Norden hin gab es vereinzelt gute
Abschnitte, meist aber nur Schlaglöcher.

Dafür standen die Freunde von der Miliz regelmäßig und
versuchten sich ihr Taschengeld aufzubessern. Aber mehr als
100 Rubel (3 Euro) haben wir nach kurzer Verhandlung nie
abgeben müssen.
Manchmal waren die Wege schon recht abenteuerlich. Selbst
die Höchstleistungen der sowjetischen Brückenbaukunst
beginnen eben irgendwann mal zu verfallen (links).

Dafür haben sich konsequent und stabil die Reste der alten
Sowjetbürokratie erhalten. Und ein Verstoß gegen eine der
Meldebestimmungen des nur 600 Seiten starken "Gesetz
über die Rechtsstellung ausländischer Bürger in der
Russischen Föderation" kann schon mal eine Verhaftung
nach sich ziehen. (rechts)

Aber auch dort sind wir nach nur 4 Stunden gut und ohne
Schäden wieder herausgekommen.

Bei den Verhandlungen in dieser und ähnlichen Situationen
ist es ganz gut, wenn man russisch kann. Ohne diese
Fähigkeit würde ich Reisenden, die auf eigene Faust in die
russische Provinz wollen, eher abraten.